Anhörung im 1. Untersuchungssausschuss

Vor dem Untersuchungsausschuss zum Angriff auf den Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 präsentierte Sindyan Qasem als Sachverständiger seine Einschätzung von islamistischen Bestrebungen in Deutschland, Radikalisierungsverläufen und Prävention. Er betonte dabei besonders die generelle Problematik einer auf religiöse Merkmale gerichteten Gefahreneinschätzung.

Qasem wird auf der Website des Bundestages wie folgt zusammengefasst:

„Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Zentrum für islamische Theologie in Münster Sindyan Qasem plädierte dafür, die Gefahrenabwehr auf terroristische Handungen und nicht auf salafistisch-islamistische Einstellungen zu konzentrieren. Es sei empirisch nicht zu belegen, dass jeder Salafist in Gefahr sei, Terrorist zu werden. Die Meinungs- und Glaubensfreiheit gelte auch für Radikale. Schon die Unterscheidung zwischen „moderaten“ und „extremen“ Muslimen berge daher den Keim der Stigmatisierung.

Zu differenzieren sei auch zwischen Gewaltbefürwortern und aktiven Gewalttätern: „Wenn bestimmte Einstellungen beobachtet werden, die in einigen Fällen zu Gewalt führen, heißt das nicht, dass dies in allen Fällen geschieht.“ Qasem warnte vor einem  „kulturkämpferischen Duktus“, der sich in der Vermutung eines automatischen Zusammenhangs zwischen Religiosität und Radikalismus äußere und nur „kontraproduktiv“ wirken könne.“

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